Stadt Bamberg erhält Bayerischen Biodiversitätspreis

Biodiversitätspreis 2026
© Bayerisches Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz (STMUV)

Hohe Auszeichnung für blütenreiche Straßenränder

Als „Pioniere der ökologischen Straßenrandpflege“ bezeichnete Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber die Bamberger Projektbeteiligten bei der Verleihung des Preises. Denn bereits seit 1999 dürfen sich die Straßenränder entlang des Berliner Rings und mittlerweile fast aller zuführenden Straßen zu artenreichen Sand-Lebensräumen entwickeln, weil sie nur zwei Mal pro Jahr gemäht werden. „Die Artenzahl konnte so von 320 auf 485 erhöht werden. Besonders beachtenswert ist, dass sich die Anzahl der Rote-Liste-Arten verdoppelt hat,“ freut sich Zweiter Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp.

„Früher gab es Prämien für Rodungen von Hecken und Säumen – das ist heute zum Glück nicht mehr vorstellbar“, sagte Umweltminister Glauber bei der Preisverleihung im Rosengarten hinter der Neuen Residenz in Bamberg. „Im Gegenteil: Heute setzen sich Heckenhelden in ganz Bayern ein, um diese Bestandteile unserer Kulturlandschaft zu erhalten.“ Genau solche „Heckenhelden“ – bzw. mit Blick auf die Straßenränder „Saumhelden“ – gibt es auch in Bamberg: Sie arbeiten im Staatlichen Bauamt, im Umweltamt der Stadt Bamberg und bei der Abteilung „Grünanlagen und Friedhöfe“ bei Bamberg Service. Bereits vor 27 Jahren begannen die zuständigen Fachleute mit dem „ökologischen Grünflächenmanagement der Straßenränder auf Terrassensand“. Alljährlich wird die Flora der Grünstreifen entlang des Berliner Rings auf 6 km Länge und fast aller zuführenden Straßen erfasst und ein Ergebnisbericht mit einer Artenliste erstellt. Darauf werden dann die Pflegemaßnahmen abgestimmt. Auf Düngung und Pestizideinsatz wird bewusst verzichtet, gemäht wird nur ein bis zwei Mal pro Jahr – je nach Wuchs der Vegetation und mit Blick auf die Sicherheit an Kreuzungen. Mit Erfolg: Die Artenzahl an Farn- und Blütenpflanzen hat sich deutlich erhöht, darunter befinden sich auch Seltenheiten wir das Alpen-Leinblatt oder die Violette Königskerze. „Es freut mich besonders, dass das gute Vorbild Schule macht und sich auch einige anliegende Unternehmen beteiligen“, merkt Bürgermeister Glüsenkamp an. Das „Bamberger Modell“ hat längst auch überregional Interesse gefunden: Gemeinsam mit der Regierung von Oberfranken haben die Fachleute einen Praxisleitfaden für andere Kommunen zur Nachahmung erstellt.

„Pioniere der Straßenrandpflege“

Umweltminister Glauber betitelte die Bamberger Beteiligten deshalb als „Pioniere der Straßenrandpflege“ und zeichnete sie mit dem 2. Preis für das kommunale Engagement aus. Das Motto des diesjährigen Bayerischen Biodiversitätspreises lautete „Mehr Biodiversität durch naturnahe Hecken und Säume“ und wurde vom Bayerischen Naturschutzfonds an insgesamt acht Preisträger verliehen. Die Stadt Bamberg teil sich den 2. Platz mit dem Landkreis Mühldorf am Inn, beide Preise sind mit 4.500 Euro dotiert.